Referenzobjekte

Rostfreier Stahl wird auf breiter Ebene eingesetzt für Dacheindeckung, Dachentwässerung, Fassade und Innenausstattung. Entdecken Sie unser Portfolio!

Maison du Lac Memphrémagog

Das dekorativ patinierende Bedachungsmetall Uginox Patina dient als stilprägender Werkstoff eines
preisgekrönten Hauses am Mephremagog-See in der kanadischen Provinz Quebec. Der aus drei
Volumina bestehende Bau greift in doppelter Hinsicht seine Umgebung auf: in seinen Sichtflächen die
Natur der Seenlandschaft, in seiner Gestalt Formelemente einer nahegelegenen Franziskanerabtei.
Mit seiner Materialauswahl ist das Architekturbüro NatureHumaine auch dem Selbstanspruch
verpflichtet, der sich in seinem Namen ausdrückt. Der spezielle, selbstpatinierende Edelstahl des
Daches altert optisch, ohne an Haltbarkeit einzubüßen – ebenso wie das vorbewitterte Holz der
Fassade und der wetterfeste Stahl des Gebäudesockels.
Der Markenname Uginox steht für das Architektursortiment des Herstellers Aperam. Als Pionier der
Edelstahl-Bedachung verfügt er über jahrzehntelange Erfahrung im Bauwesen. In der Ausführung
Uginox Patina ist der durch und durch korrosionsbeständige Grundwerkstoff mit einer zusätzlichen
Zinnschicht versehen. Sie entwickelt im Laufe der Zeit eine dekorative Patina, die auch mit
Naturmaterialien harmonisch zusammenspielt. Ursprünglich vor allem für denkmalgeschützte
Objekte bestimmt, verleiht Uginox Patina auch Neubauten eine edle Anmutung.
Als Substratmaterial dient in diesem Objekt der zweifach stabilisierte ferritische Edelstahl Aperam
K41 (EN 1.4509). Er ist nicht nickellegiert und daher auch wirtschaftlich attraktiv.

Technische Daten

Québec, Kanada
NatureHumaine
©©Adrien Williams

Infos

K41
Patina

Raimund-Theater Wien

Auf dem Spielplan von Österreichs bedeutendster Musical-Bühne steht derzeit Miss Saigon. Nach zweijähriger Sanierung wurde das traditionsreiche Raimund-Theater der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) im Frühsommer 2021 wiedereröffnet. Darsteller und Besucher erfreuen sich seither funktioneller und bühnentechnischer Neuerungen.
Architektonisch sollte, so die Vorgabe, allerdings der Zustand gewahrt bleiben, den der Architekt k. k. Baurat Franz Roth dem 1893 eröffneten Haus verliehen hatte. Der Wiener Architekt Dipl.-Ing. Roman Mramor hatte im Realisierungswettbewerb mit seinem Konzept überzeugt, das Haus dem heutigen Stand anzupassen und es gleichzeitig vollständig als Bestandteil des Wiener Architekturerbes zu erhalten.

Am augenfälligsten sind die Renovierung des Publikumsbereichs und die Neugestaltung des Platzes vor dem Theater. Neben einer Modernisierung der haustechnischen Anlagen ging es aber auch um substanz-erhaltende Maßnahmen. Wesentlicher Bestandteil war dabei die Erneuerung der in die Jahre gekommenen metallenen Dacheindeckung. Zunehmende Undichtigkeiten hatten begonnen, die Unterkonstruktion zu schädigen. So stellte sich die Frage nach geeignetem Baumaterial.
Auch nach erfolgreicher Sanierung ist Restfeuchte im Baukörper, die auf der Rückseite des Blechs kondensiert, nicht vollständig auszuschließen. Um auf der sicheren Seite zu liegen, schrieb der Architekt nichtrostenden Stahl aus, dem selbst dauerhafte Feuchtigkeit nichts anhaben kann.

Bei der Oberfläche fiel die Wahl auf verzinntes Blech, bekannt als Uginox Patina. Dessen Zinnüberzug dient nicht etwa dem Korrosionsschutz, denn bereits der nichtrostende Grundwerkstoff ist durch und durch korrosionsbeständig. Vielmehr geht es um seine Fähigkeit, dekorativ zu altern. Während das Bedachungsblech im Ausgangszustand einen einheitlichen matten Schimmer aufweist, entwickelt es im Laufe der Zeit eine dekorative, stumpfe und leicht unregelmäßige Patina. Sie erinnert damit an die klassischen Metalldächer, die sich im 19. Jahrhundert vielerorts in Europa – vor allem in den Hauptstädten – zu einem stil prägenden Merkmal entwickelten. Auch bauökologisch verbucht der Werkstoff Pluspunkte für sich. Nicht nur der nichtrostende Stahl selbst ist inert, auch der Zinnüberzug ist für das Regen-Ablaufwasser unbedenklich. Vergleichbare Zinn-Deckschichten finden sich auch auf der Innenseite von Lebensmittelkonserven aus Stahlblech oder Kochgeschirren aus Kupfer, wo sie in direktem Kontakt mit Lebensmitteln stehen. Dem qualitätswahrenden Recycling stehen sie nicht im Wege.
Praktische Erfahrungen gibt es mit verzinnten nichtrostenden Bedachungsblechen bereits seit Jahrzehnten, nicht nur bei der Dacheindeckung selbst, sondern auch bei Regenrinnen, Fallrohren und Dachzubehör.

Als Grundwerkstoff dient die Aperam-Sorte K41, gemäß Euronorm als 1.4509 bezeichnet. Er enthält etwa 18 % Chrom, zusätzlich ist er durch Legierungszusätze von Niob und Titan doppelt stabilisiert. Was das bedeutet, erläutert Martin Michlmayr, im Bauwesen-Team von Aperam zuständig für den Vertrieb von Bedachungswerkstoffen. „Bauspengler schätzen diese Sorte wegen ihrer guten Verarbeitungseigenschaften. Sie lässt sich auch unter handwerklichen Bedingungen einfach schneiden und falzen.“ Dazu trägt auch deren geringe Dicke bei: Während sie bei anderen Baumetallen zumeist 0,7 mm beträgt, ist nichtrostendes Bedachungsblech zumeist nur 0,5 mm dick. „Nicht zu vergessen“, fügt Michlmayr hinzu, „die Zinnschicht ist auch ein idealer Untergrund für das Löten, das bei Anschlüssen und in der Dachentwässerung ins Spiel kommt.“
Bedachungsbleche werden zumeist in der klassischen Stehfalztechnik verbaut. Dabei werden Blechbahnen abgelängt und an den Längskanten zu U-förmigen Profilen aufgestellt, den sogenannten Scharen.
Die Schare werden nebeneinandergelegt und die Schenkel des U-Profils einfach oder doppelt zusammengefalzt – im Falle des Raimund-Theaters mit einem zusätzlichen Dichtband. Hierdurch entsteht selbst auf nur leicht geneigten Flächen eine dauerhaft regendichte Verbindung.
Metallwerkstoffe haben die Eigenschaft, im Bereich der Umformung ihre Gefügestruktur zu verändern und sich zunehmend zu verfestigen. Bei Uginox K41 bremsen Zusätze von Niob und Titan diesen Effekt, indem sie das ferritische Ausgangsgefüge stabilisieren. Dadurch ist dieser ferritische nichtrostende Stahl deutlich besser umformbar als reiner Chromstahl, selbst mit engen Biegeradien.

Aperam und deren Vorgängergesellschaften waren Pioniere in der Fortentwicklung der ferritischen Sorten. Auslöser waren starke Preisfluktuationen bei Nickel in den 1990er Jahren. Damals machten sich Metallurgen daran, nichtnickellegierte, ferritische Sorten, die bis dahin Einsatzbereichen mit niedriger Korrosionsbelastung oder geringeren optischen Anforderungen vorbehalten waren, weiterzuentwickeln und auch für anspruchsvollere Anwendungen zu qualifizieren. Die Sorte K41 (EN 1.4509) ist ein besonders erfolgreicher Spross dieser Familie ferritischer nichtrostender Stähle. Aus diesem Werkstoff bestehen inzwischen Küchenspülen, komplette Großkücheneinrichtungen und eben Dacheindeckungen oder Fassadenbekleidungen. Ihnen allen ist gemeinsam, dass neben der Korrosionsbeständigkeit die Umformbarkeit eine bedeutende Rolle spielt.
Im Falle des Raimund-Theaters entsprach die Sorte K41 mit rund 18 % Chrom den in der städtischen Atmosphäre Wiens vorliegenden Korrosionsbelastungen. Für stärker schadstoffhaltige Umgebungen ist die Uginox-Patina-Oberfläche aber auch auf dem Grundwerkstoff K44 (EN 1.4521) mit zusätzlich rund 2 % Molybdän erhältlich. Molybdän wirkt als Booster für den Korrosionswiderstand und verbessert ihn schon in geringen Mengen noch einmal stark. Dieser Zusammenhang drückt sich in der Wirksumme (englisch: pitting resistance equivalent number, PREN) aus, die zumeist nach folgender Formel berechnet wird: PREN = % Cr + 3,3 × % Mo. 1 % an zusätzlichem Molybdän erhöht also die Beständigkeit gegen Lokalkorrosion ähnlich stark wie 3,3 % an zusätzlichem Chrom.
Ausführendes Unternehmen für die Spenglerarbeiten war Mössler aus Radenthein in Kärnten. „Wir haben bereits mehrere tausend Quadratmeter nichtrostendes Bedachungsblech verlegt. Diese nachgewiesene Erfahrung hat uns geholfen, die Ausschreibung zu gewinnen“, berichtet Harald Mössler, „im Falle des Raimund-Theaters waren die feuchtigkeitsresistente Rückseite und die optische Alterungsfähigkeit die entscheidenden Punkte für die Auswahl des Baumetalls.“ Uginox Patina bietet beides. Mit diesem Werkstoff wurde der Anspruch, dem Theater zu „altem Glanz“ zu verhelfen, wörtlich umgesetzt.

Technische Daten

Wien, Österreich
k.k. Baurath Franz Roth
©© Christoph Bertos, CityCopterCam

Infos

K41
Uginox Patina

Hauptbahnhof Rotterdam (NL)

Rotterdam kann sich einer neuen Ikone rühmen: Rotterdam Centraal ist ein Bahnhof von internationalem Rang. Seine Anbindung an das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz und das S-Bahn-Netz der Randstad-Region lässt erwarten, dass die Zahl der Fahrgäste bis 2025 deutlich steigen wird ‒ von derzeit 110.000 auf 320.000 pro Tag. Die Bahnhofshalle ist in glänzenden Edelstahl gehüllt und stellt ein skulpturales Wahrzeichen auf der Kulturachse von Rotterdam dar. Sowohl die Bahnhofshalle als auch die Gleisüberdachung bestehen aus einem Stahltragwerk. Um die Bahnhofshalle zu einem hellen und großzügigen Empfangsbereich für die Fahrgäste zu machen, wurden größtmögliche stützenfreie Spannweiten gewählt. Die transparente Halle hat ein gefaltetes Dach, das wie ein Origami aus dem geschlossenen Teil der Gleisüberdachung zu wachsen scheint. Dach und Überstände haben unterschiedliche Neigungen und sind mit Bahnen aus Edelstahl eingedeckt.

Das Tragwerk des Gebäudes ist in Stahlbauweise realisiert. Abgesehen von den beiden Hauptstützen an der Südseite wirkt die Halle freitragend. Dieser Effekt wurde erreicht, indem einige der Auflager kaum sichtbar im Bereich des Bürotrakts an der West- und Ostseite der Bahnhofshalle sowie des zweiten Bahnsteigs angeordnet wurden. Auf diese Weise wird ein maximaler visueller Effekt erzielt. Die Haupt-Tragkonstruktion der Gleisüberdachung besteht aus einem System von freitragenden Stahlbalken, die in der Mitte der sechs Bahnsteige verlaufen. Die Y-förmigen Stahlstützen erinnern in ihrer Form an alte Bahnsteigüberdachungen.

Technische Daten

Rotterdam, Niederlanden
Team CS
©Jannes Linders

Infos

316L/1.4404
Uginox Mat

Wohn- und Bürogebäude Linz

Ein schlichtes Gebäude, mit einer Doppelstehfalzdeckung aus Uginox Patina K41, an einem städtebaulich markanten Ort an der vielbefahrenen Humboldtstraße/Ecke Bürgerstraße in Linz, Österreich. Das fünfgeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude mit einem zurückgesetzten Dachgeschoss beherbergt eine große Geschäftsfläche im Erdgeschoss und 27 Wohnungen in unterschiedlichen Größen. Der optisch in drei Teile gegliederte Baukörper wird an der Hoffassade durch Vor- und Rücksprünge der Freibereiche bestimmt. Form und Ausdruck des Stadthauses suchen nach Eigenständigkeit und zugleich nach Kommunikation mit der umliegenden Stadt, wobei die Grundzüge einer Gründerzeitfassade in die Gegenwart übersetzt wurden.

Technische Daten

Linz, Österreich
Tp3 Architekten
©Mark Sengstbratl

Infos

K41
Uginox Patina

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