Biegen und Verformen

Biegung

Die Biegung von rostfreiem Stahl erfolgt auf die gleiche Art und Weise, d.h. mittels der gleichen Arbeitsgänge und Geräte, wie die Biegung von weichen Stählen. Die Kraft, die jedoch für die Biegung notwendig ist, muss bei rostfreien Stählen 50 bis 60% höher sein als bei weichen Stählen. Da die Rückfederung um einiges stärker ist, empfiehlt es sich, die Biegungs- oder Profilierungswinkel merklich abzuändern. 

Profilierung

Rostfreie Stähle können problemlos mit einem Rollformer bearbeitet werden. Die Arbeitsgeräte sind aus hartem, vergütetem Werkzeugstahl (58-60 HRC) oder aus  aus Aluminiumbronze. Damit der rostfreie Stahl ein bestimmtes Profil erhält, verwendet man in der Regel eine größere Anzahl an Profilierköpfen (Walzen) als bei weichen Stählen.  

Aus- und Zuschnitt

> Stanzen

Der Abstand zwischen dem Stempel und der Pressform für die Gesamtheit der rostfreien Stähle in ausgeglühtem Zustand beträgt: 

- 5% bei einer Stärke von <1,5 mm
- 7 à 8% bei einer Stärke von > 1,5 mm 

Ein optimaler Abstand ermöglicht eine Schnitthöhe, die 1/3 der Stärke des Bleches entspricht. Bei Ausschnitten - scharfe Kanten sind ausgeschlossen - sollte der Übergangsradius zweier Elemente mindestens der 1 1/2-fachen Stärke des Bleches entsprechen. Eine Schmierung mit Schneidöl wird empfohlen, um eine hohe Stanzqualität und die Langlebigkeit der Arbeitsgeräte zu gewährleisten. 

> Schlagscherenzuschnitte

Die Abstände sind ähnlich wie beim Stanzen. Für eine bessere Zuschnittsqualität wird die Verwendung eines Niederhalters empfohlen. 

> Plasmaschneiden

Plasma ist ein ionisiertes Gas und daher elektrisch leitfähig. Ein Plasmastrahl, der auf eine Metalloberfläche gerichtet und unter Strom gesetzt wird, kann durch Joulesche Wärme (übertragener Lichtbogen) stark erhitzt werden. Edelstahlzuschnitte werden kaum oxidiert, sind jedoch an den Randbereichen der Gussnaht sehr bröckelig. 

> Laserschneiden

Das Laserschneiden wird mit YAG- oder CO2 -Lasern durchgeführt. Der CO2-Laser mit seinen 1500 bis 2000 watt wird häufig für Zuschnitte von geringen und mittleren Stärken eingesetzt. Es wird die Verwendung eines Schutzgases empfohlen, um eine Oxidierung der Nieten zu verhindern. Die Qualität des Zuschnitts ist vergleichsweise besser als beim Plasmaschneiden und weniger gut als beim Wasserstrahlschneiden. 

> Wasserstrahlschneiden

Bei dieser Technik wird ein Hochdruckwasserstrahl (4000 bis 5000 bar) verwendet, der in der Regel ein Schleifpulver enthält und durch eine Düse von geringem Umfang geleitet wird. Der Zuschnitt ist ausgedehnt und langsam, doch die Qualität des Zuschnitts ist ausgezeichnet. Der Hauptnachteil besteht in der Gefahr der Verunreinigung der Bleche durch das Wasser und das Schleifpulver.