Löten

Definition

Beim Löten werden Metalle im festen Zustand mithilfe eines geschmolzenen Metalls (ein Lot, das das Grundmetall einwandfrei benetzen muss) zusammengefügt. Bei diesem Verfahren findet keine Verschmelzung der Grundmetalle statt. Der Lötvorgang wird als "Weichlöten" bezeichnet, wenn der Schmelzpunkt des Verbindungsmetalls unter 450°C liegt und als "Hartlöten", wenn die Temperaturen darüber liegen. Bei Beschichtungen kommt "Weichlöten" zum Einsatz.

Allgemeines

Das Löten von rostfreiem Stahl wird mithilfe eines Lötkolbens mit einer Lötspitze aus Kupfer und einem Verbindungsmaterial in Form von Lotstangen, bestehend aus einer Blei-Zinn-Legierung mit einem Zinnanteil von mindestens 28%, durchgeführt. Man kann ebenfalls hochreines Zinn mit einer Schmelztemperatur von 230°C oder eine Silber-Zinn-Legierung mit Schmelztemperaturen zwischen 215°C und 250°C verwenden. 

Um die Kapillarität und den Zusammenschluss der zu lötenden Teile zu verbessern, müssen diese mithilfe eines Lötflussmittels entfettet werden. Das einzig zugelassene Lötflussmittel für rostfreien Stahl ist ein Flussmittel, das auf verdünnter Orthophosphorsäure basiert. Von dem Gebrauch anderer Lötflussmittel, die Fluoride oder Chloride enthalten (wie etwa für Zink oder Kupfer), ist dringend abzuraten, da dies zur Korrosion des rostfreien Stahls führen kann. 
 
Die Qualität einer Lötung ist abhängig von:
> der Sauberkeit der zusammenzufügenden Teile
> der Sauberkeit und der Beschaffenheit des Lötkolbens
> dem verwendeten Lötflussmittel
> dem Verbindungsmetall 
 
Praktische Ratschläge
> Achten Sie auf eine maßvolle Verwendung des Lötflussmittels.
> Verhindern Sie, dass das Lötflussittel außerhalb der zu lötenden Teile gerät.
> Reinigen und verzinnen Sie die Lötkolbenspitze, indem Sie sie ein bis zwei Sekunden lang in das Lötflussmittel eintauchen.
> Verwenden Sie Werkzeug (Lötkolbenspitze, Pinsel, usw), das ausschließlich für das Löten von rostfreiem Stahl vorgesehen ist.
> Verwenden Sie den Lötkolben lediglich bei der für die Schmelzung des Verbindungsmetalls notwendigen Temperatur.


 

 
> Verwenden Sie auf keinen Fall Ammoniaksteine.
> Führen Sie die Lötung in zwei Aufträgen durch:
      - Der erste Auftrag muss glatt sein, damit ein Eindringen sichergestellt werden kann.
      - Der zweite Auftrag muss "geriffelt" oder "gekreuzt" sein, um die mechanische Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.
> Spülen Sie die Lötstellen, nachdem Sie den Lötvorgang durchgeführt haben, mit Wasser ab, um eventuelle Flussspuren, die mit der Zeit korrodieren könnten, zu beseitigen.
> Achten Sie auf auf ein angemessenes Ausrichten, bevor Sie den Druck von der Lotstange lösen.
> Bei Dachrinnen mit einer Abwicklungsbreite von mehr als 500 mm ist vor dem Löten ein Vernieten erforderlich. Hierbei müssen die Nieten in Abständen von 5 bis 10 cm angebracht werden. 


     
Ausbesserung der Lötung auf verzinntem Edelstahl
   
> Schleifen Sie die Oberflächen ab, um das Metall freizulegen.
> Reinigen Sie die entsprechenden Stellen mit verdünnter Orthophosphorsäure.
> Verzinnen Sie die Stellen mit dem Verbindungsmetall (Blei-Zinn-Lotstange).
> Tragen Sie erneut eine verdünnte Orthophosphorsäureschicht auf.
> Führen Sie den Lötvorgang wie auf einem ungebrauchten Werkstoff bei Beachtung der selben Vorsichtsmaßnahmen durch.